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Paratriathlon: Eine neue paralympische Disziplin

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Engagement, Hingabe, Enthusiasmus und Wettbewerbsgeist sind wichtige Eigenschaften, die die Sportler des allerersten Paratriathlons bei den Paralympischen Spielen in Rio 2016 einte.

Die Aufnahme dieses adaptierten Sports in das offizielle Programm eines paralympischen Wettbewerbs ist mit einer Anerkennung der Bemühungen und Leistungen hunderter von Sportlern rund um die Welt gleichzusetzen, die diese Sportart seit Jahren ausübten.

Paratriathlon bei den Paralympischen Spielen in Rio 2016

Paratriathlon ist eine Abwandlung des Triathlons für Menschen mit Behinderungen. Die Sportart vereint mehrere Disziplinen unter einem Hut. Daher müssen Teilnehmer besonders fit sein und sich ausreichend auf den Wettkampf vorbereiten.

Da diese Sportart von Menschen ausgeübt werden kann, die körperliche und sensorische Einschränkungen besitzen, sind beim Paratriathlon Rollstühle, Dreiräder, Fahrräder, Tandem-Fahrräder, Handbikes, Prothesen sowie Hilfsmittel und -personen zugelassen. Was erlaubt ist, hängt von der Startklasse ab.

Die Sportarten, die beim Paratriathlon zu tragen kommen, sind die gleichen wie beim gewöhnlichen Triathlon (Schwimmen, Fahrradfahren und Laufen). Als Paratriathlon bei den Paralympischen Spielen im Jahr 2016 in Rio de Janeiro erstmals durchgeführt wurde, bestand der Wettkampf aus drei Abschnitten:

-    750 Metern Schwimmen
-    20 Kilometer Fahrradfahren
-    5 Kilometer Laufen

Da die Distanzen nur kurz sind, wird der Paratriathlon auch als Sprint-Triathlon bezeichnet. Beim ersten Wettkampf in Rio gab es Veranstaltungen für Frauen und Männer, jeweils mit drei Klassifikationen (Für Männer: PT1, PT2 und PT4; für Frauen PT2, PT4 und PT5). Die deutschen Startklassen sind dabei ähnlich.

Team Sunrise-Sportler Rafael Botello bei der Siegerehrung

Team Sunrise-Sportler Rafael Botello bei einer Siegerehrung (Fotocredit: Jose Arbalaez)

Wie werden die unterschiedlichen Paratriathlon-Kategorien vergeben?

Die ITU (International Triathlon Union) ist dafür verantwortlich, die verschiedenen Paratriathlon-Startklassen anhand eines „Profil-Systems“ zu vergeben. Das Ziel dabei ist, alle bekannten Einschränkungen so zu berücksichtigen, dass der Wettkampf gerecht und ausbalanciert für alle teilnehmenden Sportler verläuft.

Trotz der weit gefassten Regelungen gibt es allerdings Menschen, die an einem Paratriathlon-Wettkampf auf diesem Niveau nicht teilnehmen können, da ihre Profile nicht in die vordefinierten Klassen der ITU passen.

Das ITU-Klassensystem für Paratriathlon besteht aus einem Score von 0 bis 5 in drei verschiedenen Bereichen (Stärke, Mobilität und neurosensorische Koordination). Dabei ist 0 die niedrigste Bewertung und 5 die höchste.

Das Endergebnis mehrerer Tests wird in Form von sechs unterschiedlichen Nummern angegeben, die den linken Arm, Hals, rechten Arm, linkes Bein, Torso und rechtes Bein repräsentieren. So kann die Haupt-Einschränkung in Bezug auf das Körperteil klassifiziert werden. Der maximal erreichbare Score beträgt 80 für den Oberkörper, 40 für den Hals, 70 für den Unterkörper und 60 für den Torso. Anhand dieser ermittelten Profile werden die Sportler einer der Startklassen zugeteilt.

Paratriathlon-Kategorien

Obwohl Paratriathlon-Sportler zur gleichen Zeit antreten, nimmt jeder so daran teil, wie es für seine oder ihre Behinderung gerecht ist. Generell ist der Einsatz von antreibenden Geräten wie Schwimmflossen oder Schwimmflügel beim Schwimmwettbewerb nicht erlaubt. Beim Fahrradfahren darf das Rad nur vom Sportler selbst angetrieben werden, wobei nur der Betrieb mit den Händen oder Beinen zugelassen ist. Eine Mischform ist nicht erlaubt.

Rafael Botello beim Sprint

Jedes Gerät oder Prothese, die beim Paratriathlon eingesetzt wird, muss mit den Regeln und Standards übereinstimmen, damit es für alle Teilnehmer ein fairer Wettkampf bleibt.

PT 1: Rollstuhlnutzer, Querschnittsgelähmte, Tetraplegiker und Teilnehmer mit dem Post-Polio-Syndrom

Teilnehmer, die ein gewöhnliches Fahrrad nicht sicher bedienen können, fallen ebenfalls unter diese Kategorie. Beim Schwimmen dürfen diese Sportler erst dann in das Wasser tauchen, wenn alle anderen Teilnehmer ihre Positionen eingenommen haben. Beim Fahrradfahren kommt ein Handbike zum Einsatz und beim Laufen bewegen sie sich im Rollstuhl fort.

PT2: Sportler mit schweren Einschränkungen der unteren Extremitäten

Teilnehmer dieser Kategorie benutzen ein Fahrrad beim Radwettkampf. Amputierte Sportler dürfen sowohl beim Radfahren als auch beim Laufen Knieprothesen oder Krücken verwenden.

PT3: Sportler, die von Multipler Sklerose, Muskelatrophie, Zerebralparese, doppelter Beinamputation betroffen oder in mehreren Extremitäten gelähmt sind

Teilnehmer in dieser Kategorie nehmen mit einem Rad oder einem Dreirad teil und dürfen beim Laufen Prothesen oder Orthesen verwenden.

PT4: Sportler mit Einschränkungen in den Armen

Diese Kategorie berücksichtigt Behinderungen aufgrund Paralyse, Amputationen über und unter dem Ellbogen sowie andere Einschränkungen der oberen beiden Extremitäten. Sportler, die in dieser Klasse antreten, dürfen Prothesen verwenden sowie Gurtzeug und Schlingen auf dem Fahrrad anbringen, damit sie sicher am Sport teilnehmen können.

PT5: Sportler mit leichten Einschränkungen der Beine

Hierunter fallen Amputationen unter dem Knie. Sportler treten mit normalen Fahrrädern an, die den ITU-Richtlinien entsprechend angepasst sind. Beim Laufen dürfen Prothesen eingesetzt werden.

PT6: Sportler mit visuellen Einschränkungen

Diese Kategorie ist für Sportler gedacht, deren Sehschärfe weniger als 6/60 beträgt, oder deren Sichtfeld selbst mit optimaler Korrektur weniger als 40° beträgt. Hier ist es Pflicht, dass die Teilnehmer von Helfern des gleichen Geschlechts während des gesamten Wettkampfs begleitet werden.

Mehr Informationen zur Sportart sowie weitere Regeln zu Paratriathlon findest du bei der Deutschen Triathlon Union.

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